Mittwoch, 17. Mai 2017

Zuzahlungen des Arbeitnehmers für einen Firmenwagen mindern geldwerten Vorteil


Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit zwei Urteilen seine Rechtsprechung zur Besteuerung des geldwerten Vorteils für die außerdienstliche Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs im Rahmen der sogenannten 1%-Regelung modifiziert. 

Im ersten Fall (Urteil vom 30.11.2016, Az. VI R 2/15) trug der Kläger für seinen Firmenwagen sämtliche Kraftstoffkosten, die übrigen PKW-Kosten übernahm jedoch dessen Arbeitgeber. Der geldwerte Vorteil aus der Kfz-Überlassung wurde nach der genannten 1 %-Regelung berechnet. Der Kläger setzte die von ihm im Streitjahr getragenen Kraftstoffkosten als Werbungskosten im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit an.  

Das Finanzamt verweigerte den Abzug jedoch unter dem Hinweis, dass im Rahmen der 1 % Regelung ausschließlich pauschale Nutzungsentgelte angerechnet werden könnten. Einzelne (individuell) getragene Kosten könnten dagegen nur im Rahmen der sogenannten „Fahrtenbuchmethode“ berücksichtigt werden. 

Der BFH gab dem Kläger schließlich Recht und hat den Abzug der Kraftstoffkosten auch im Rahmen der 1 % Regelung zugelassen. Für eine unterschiedliche Behandlung von Zuzahlungen in Form von pauschalen Nutzungsentgelten oder individuell getragenen Kraftstoffkosten fehle es an tragfähigen Unterscheidungsgründen.  

In einem zweiten Urteil zu dem Thema (Urteil vom 30.11.2016, Az. VI R 49/14) betonte der BFH jedoch, dass der Wert des geldwerten Vorteils aus der Dienstwagenüberlassung durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers lediglich bis zu einem Betrag von 0 Euro gemindert werden kann. Ein „geldwerter Nachteil“ könne aus der Überlassung eines Dienstwagens zur Privatnutzung nicht ent­stehen, und zwar auch dann nicht, wenn die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den Wert der privaten Dienstwagennutzung und der Nutzung des Fahrzeugs zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte überstiegen. Ein verbleibender "Restbetrag" bleibe daher ohne steuerliche Auswirkungen. Er könne insbesondere nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abgezogen werden. 

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Ansprechpartner:

Dipl.-Kaufmann Dirk Bottner
Wirtschaftsprüfer / Steuerberater
E-Mail: bottner(at)m-treuhand.de oder bottner(at)wikom-ag.de