Donnerstag, 19. Juli 2018

Keine begünstigte Handwerkerleistung im Sinne des § 35a Abs. 3 EStG bei Baukostenzuschüssen


Gemäß § 35a EStG können die Arbeitskosten für bestimmte in Anspruch genommene Handwerkerleistungen steuerlich geltend gemacht werden.

Der Bundesfinanzhof hat mit dem Urteil vom 21.02.2018 Az. VI R 18/16 entschieden, dass Steuerpflichtige nicht berechtigt sind, bei der Neuverlegung eines öffentlichen Mischkanals als Teil des öffentlichen Sammelnetzes die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen in Anspruch zu nehmen.

Im Streitfall wurde das Grundstück der Kläger im Jahr 2011 an eine zentrale Kläranlage angeschlossen. Für den Anschluss an das öffentliche Sammelnetz wurde im Streitjahr (2012) ein als Baukostenzuschuss bezeichneter Betrag in Höhe von 3.896,60 Euro erhoben, der u.a. die Herstellung und die Veränderung des Netzes mit abdeckt.  Davon machten die Kläger einen geschätzten Lohnanteil in Höhe von 2.338 Euro als Handwerkerleistung geltend.

Während Kosten für einen Hausanschluss als Handwerkerleistungen, die in unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Haushalt stehen, steuerlich begünstigt sind (BFH-Urteil vom 20.03.2014 - VI R 56/12), ist im vorliegenden Fall nach Auffassung des Bundesfinanzhofes kein räumlich-funktionaler Zusammenhang zum Haushalt des Steuerpflichtigen gegeben. Es handelt sich dabei um den Ausbau des allgemeinen Ver- und Entsorgungsnetzes, der allen Nutzern zur Verfügung steht.

Entscheidend für die steuerliche Berücksichtigung ist nach der Auffassung des BFH, ob es sich um eine das öffentliche Sammelnetz betreffende Maßnahme handelt oder ob es um den eigentlichen Haus- oder Grundstücksanschluss und damit die Verbindung des öffentlichen Verteilungs- oder Sammelnetzes mit dem Grundstück geht.

Sprechen Sie uns an:

Dipl.-Kaufmann Dirk Bottner
Wirtschaftsprüfer / Steuerberater
E-Mail: bottner(at)m-treuhand.de oder bottner(at)wikom-ag.de